Mutter-Kind-Clearing

Das Angebot

Im Mutter-Kind-Clearing leben bis zu fünf (werdende) Mütter mit ihren kleinen Kindern. Es handelt sich dabei um Frauen, die noch nicht in der Lage sind, sich ohne Unterstützung um ihr Kind zu kümmern und bei denen vorangehende ambulante Hilfen nicht ausgereicht haben, um eine langfristig stabile Lebenssituation herbeizuführen. Aufnahmeanlass kann z.B. eine akute Krise oder die Verhinderung einer Kindeswohlgefährdung sein.

Die Mütter werden rund um die Uhr von Fachkräften betreut, die ein intensives, mehrstufiges Clearing durchführen und sie alltagspädagogisch unterstützen.

Es geht v.a. auch um die Entwicklung einer machbaren Lebensperspektive der Mutter, die Stärkung der Mutter-Kind-Bindung sowie die angemessene Umsetzung der Elternrolle.

Der Familientherapeutische Dienst der IFI Kinderheim Leer gGmbH steht den Müttern und ihren Angehörigen zudem für beratende Gespräche zur Verfügung.

 

Ein besonderes Clearing

Für viele Mütter ist das Mutter-Kind-Clearing eine Art "letzte Chance", um die Frage zu klären, ob sie langfristig stabil und eigenständig mit ihrem Kind leben können. Oftmals war die Mutter zuvor in ihrer privaten Situation überfordert. Die Betreuung im stationären Rahmen bedeutet für die Mütter eine große Veränderung ihrer Lebensumstände, auf die es sich erst einmal einzulassen gilt.

Das Clearing ist dadurch, dass es sich sowohl auf die Mutter als auch auf ihr Kind bezieht, besonders umfangreich und intensiv. Partnerschaften und Familienbeziehungen werden ebenfalls in den Clearingprozess einbezogen.

Zudem findet es in Form mehrerer Stufen statt: Beginnend mit einer intensiven Begleitung im Haupthaus werden abhängig vom Clearing- und Entwicklungsprozess mehr Freiheiten und Entwicklungsräume eingeräumt. Mütter, die im Haupthaus Verhaltensänderungen erlernt und erprobt haben, können das veränderte Verhalten in einem letzten Clearingschritt in einer Wohnung im Nachbarhaus mit erhöhter Eigenverantwortung (aber weiter unter Anbindung an die pädagogischen Mitarbeiterinnen) umsetzen.

Gezielte Beobachtung, Reflexionsgespräche und Anleitung zeichnen ein umfassendes Bild der bestehenden Ressourcen und Stärken sowie des benötigten Unterstützungsbedarfes. Die Mutter wird dabei stets in die Entwicklungen und Prozesse eingebunden und aktiv beteiligt.

So entsteht ein umfassendes Bild, das passgenaue Empfehlungen ermöglicht.

Aufgrund der Komplexität des Clearingsverfahrens kann es bis zu ein Jahr in Anspruch nehmen. Spätestens dann endet das Clearing mit klaren Empfehlungen durch die pädagogischen Mitarbeiterinnen.

 

Das Team

Das Team des Mutter-Kind-Clearings besteht aus Fachkräften mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten.

Frau Anke Haken, SAFE-Mentorin, leitet ein mutliprofessionelles Team bestehend aus vier Erzieherinnen, einer Pädagogin (B.A.) und einer Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin. Die Mitarbeiterinnen haben sich u.a. in den Bereichen Kinderschutz, Bindungstheorie, Marte Meo und Sprachentwicklung weitergebildet.

 

Die Häuser

Das Haupthaus, in dem drei Mütter mit ihren kleinen Kindern leben, ist hell und freundlich gestaltet. Zwei Mütter und ihre Kinder haben jeweils eigene Zimmer, wobei die Option besteht dass Mutter und Kind zusammen in einem Zimmer schlafen können. Das größere Zimmer im Erdgeschoss wird gezielt genutzt, wenn Schwangere aufgenommen werden sowie dafür, dass eine Mutter nach der Entbindung zum Bindungsaufbau gemeinsam mit ihrem Kind in diesem Zimmer wohnen kann.

Die Mütter können in Wohn- und Esszimmer zusammenkommen um sich auszutauschen, mit ihren Kindern zu spielen, sich zu entspannen oder um Besuch zu empfangen.

Im Nachbarhaus befinden sich zwei moderne, möblierte Wohnungen für jeweils eine Mutter mit ihrem kleinen Kind.

Zu den Häusern gehört zudem ein großer Garten, der einerseits Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten bietet, aber auch genug Fläche zum Spielen und Toben.

 

Der Alltag

Die Mütter werden gezielt in den Alltag eingebunden, um von Anfang an mit Verantwortung zu übernehmen sowie ihre Kompetenzen auszubauen und Eigenständigkeit einzuüben. Hierzu erfahren sie gezielte Anleitung durch die pädagogischen Mitarbeiterinnen in den verschiedensten Bereichen (Erkennen von kindlichen Bedürfnissen, Selbstorganisation, Gestaltung des Tagesablaufs, Umsetzung hauswirtschaftlicher Aufgaben usw.). Vor allem in der ersten Zeit werden sie sehr engmaschig durch den Alltag begleitet, auch bei Freizeitaktivitäten und bei Spaziergängen. Es kann je nach Absprache mit dem zuständigen Jugendamt vorkommen, dass eine Mutter mit ihrem Kind zunächst das Haus nur in Begleitung einer pädagogischen Mitarbeiterin verlassen darf. So können die pädagogischen Mitarbeiterinnen sich ein umfassendes Bild von möglichen Unterstützungsbedarfen machen und dadurch den Müttern diese Unterstützung gezielt zukommen lassen. Insofern sind die Mütter aktiv in Tagesabläufe, Entscheidungen und Haushaltsaufgaben eingebunden.

 

Eindrücke aus dem Mutter-Kind-Clearing:

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